• Wanja Firnkes

Wie wirkt sich Feedback auf Start-ups aus?

Wie wirkt sich Feedback auf Start-ups aus?

Vermutlich kennt jedes Start-up diese Situation: Ein wichtiger Pitch, der über ein Stipendium, eine Förderung oder einen Kredit entscheidet, steht bevor. Die Anspannung ist hoch, denn man will mit seiner Idee überzeugen. Nach dem Pitch kommt dann die entscheidende Bewertung der Jury, ob gefördert wird oder nicht. Fällt die Bewertung positiv aus, ist das Gründerteam in der Regel zufrieden und hochmotiviert, das Gründungsvorhaben erfolgreich umzusetzen. Ist das Feedback negativ, kann das einen Rückschlag oder sogar ein Ende des Gründungsvorhabens bedeuten. Dass positives Feedback ein Start-up beflügeln kann und die Motivation der GründerInnen damit steigern kann ist klar, doch:


Wie wirkt sich negatives Feedback auf Start-ups aus?

Das haben sich Domurath, Patzelt und Liebl (2019) genauer angeschaut und eine Studie verfasst. Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, welche Auswirkungen negatives Feedback auf den Erfolg, bzw. auf die organisatorische Identität eines Start-ups haben kann. Organisatorische Identität bedeutet, wie sehr sich ein Gründungsmitglied mit seinem Start-up identifizieren kann. So wie ein Sport-Team eine sportliche Identität besitzt und die SpielerInnen sich dem Verein zugehörig fühlen, können sich GründerInnen ihrem Unternehmen zugehörig fühlen. Dieses Identitätsgefühl wurde als Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Start-ups erkannt: Wenn die GründerInnen sich mit ihren Unternehmen stark identifizierten, war das Unternehmen erfolgreicher. Negatives Feedback kann der organisatorischen Identität schaden, was sich wiederum negativ auf den Erfolg eines Start-ups auswirken und sogar das Aus bedeuten kann. Dabei ist es aber entscheidend, von wem das negative Feedback kommt und wie die GründerInnen damit umgehen.


Negatives Feedback hat nicht so schlimme Folgen, wenn:


1. Das Gründerteam schon erfahren ist


Wenn das Gründerteam erfahren ist, kann es negatives Feedback besser wegstecken und die organisatorische Identität weiter oben halten. Im Gegensatz dazu können GründerInnen, die das erste Mal ein Unternehmen gründen und ohnehin schon unsicher sind, sich noch stärker verunsichert führen und ihre organisatorische Identität verlieren.


2. Das negative Feedback von externen Personen kommt


Wenn das Feedback extern ist, also von einer Jury oder Experten bewertet wird, die nichts mit dem Start-up zu tun haben, lässt sich das Feedback besser verkraften, denn das Urteil könnte von den persönliche Präferenzen der Jury beeinflusst worden sein. Wenn das negative Feedback hingegen von einem Gründungsmitglied kommt, senkt das mit hoher Wahrscheinlichkeit die organisatorische Identität und damit die Aussichten auf Erfolg.


Wenn das Gründerteam also erfahren ist und dass Feedback von externer Seite kommt, kann das sogar zu einer Stärkung der organisatorischen Identität führen und somit einen Motivationsschub geben.



Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “Does negative feedback impact new ventures' organizational identity? The role of founding teams' human capital and feedback source” aus dem Journal Business Venturing über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H


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