• Sabrina Basner

Wie wirken sich Subkulturen auf die Gründer*innenszene Deiner Stadt aus?

Aktualisiert: Apr 29

Entrepreneurship gilt immer mehr als Motor für wirtschaftliches Wachstum. Daher wurden in den letzten Jahrzehnten auch auf kommunalpolitischer Ebene Investitionen getätigt, um ein für Gründer*innen und Innovationen förderliches Umfeld zu schaffen. Dieses Umfeld richtet sich immer mehr an “weichen” Faktoren wie Kreativität, Kultur und der Rolle von Freizeiteinrichtungen und -zentren aus.

In der Forschung ist die Bedeutung von Diversität und einem lebhaften kulturellen Umfeld für eine florierende Gründer*innenszene schon länger bekannt. Welche Art von Kultur auf Gründer*innen attraktiv wirkt und wirklich gebraucht wird, um lokale Start-up-Raten zu fördern, ist nicht eindeutig und wird kontrovers diskutiert..


Audretsch, Lehmann und Seitz (2021) möchten die Perspektive auf die Bedeutung von Kultur auf die Gründer*innenszene erweitern und legen ihren Fokus auf die Erforschung von Subkulturen als Zentrum unternehmerischer Ökosysteme. In ihrer Studie beschäftigen sie sich mit der Frage, inwiefern vorhandene Subkulturen die Rate von Start-up-Gründungen beeinflussen. Darüber hinaus vergleichen sie den Einfluss der Mainstream-Kultur mit dem von Subkulturen - gemessen an entsprechenden (kulturellen) Einrichtungen - auf das Start-up-Klima. Untersucht wurden hierzu die 69 größten Städte Deutschlands.


Den Forschenden zufolge wurden soziale und ökonomische Innovationen schon immer von einer Sub-Gruppe bestehend aus “kreativen Zerstörern” entwickelt, deren Werte und Ansichten von denen des Establishments bzw. des Mainstreams abweichen. Die Ergebnisse der Studie bestätigen die These von Audretsch et. al, dass die Co-Präsenz von subkulturellen Einrichtungen (u.a. gemessen an der Zahl unabhängiger Musiklabels, selbstständiger Künstler und freiberuflicher Publizierender) positiv mit der lokalen Gründer*innenszene in Verbindung gebracht werden kann. Im Gegensatz dazu sollen kulturelle Einrichtungen des Mainstreams (wie Museen oder Theater) keinen signifikanten Einfluss auf Start-up-Gründungen haben. Solche “traditionellen” Kultureinrichtungen stehen der Studie zufolge nur mit der Zahl an Gründungen in Zusammenhang, wenn die Rolle von Subkulturen ausgeklammert wird. Es scheint also, dass sich Start-up-Hotspots eher mit Hilfe von subkulturellen Einrichtungen anstelle von Mainstream-Kultureinrichtungen entwickeln.


Mit den Ergebnissen ihrer Studie unterstützen die Forscher*innen die Ansicht, dass eine inspirierende Atmosphäre, die von Aufgeschlossenheit und Toleranz geprägt ist, essentiell für das Erschaffen einer lokalen Gründer*innenszene ist. Gleichzeitig haben nicht alle Arten von Kultur den gleichen Effekt auf Entrepreneurship und regionale Gründer*innen. Den Forschenden zufolge ziehen besonders subkulturelle Umfelder kreative und unternehmerische Köpfe an und können somit als Motor für lokale Start-up-Aktivitäten betrachtet werden.


In Deutschland gelten vor allem Berlin und München als die Start-up-Hochburgen, auch für internationale Gründer*innen. Aber auch NRW gewinnt bei Gründer*innen als Start-up-Standort immer mehr an Bedeutung und verfügt über eine sehr lebhafte Start-up-Szene.

Hast auch Du eine Idee und möchtest gründen oder stehst mit Deinem Unternehmen schon in den Startlöchern? Lass’ Dich beim EZW beraten und werde Teil eines unserer Förderprogramme!


Im Artikel “Amenities, subcultures, and entrepreneurship” kannst Du alle Ergebnisse der Studie über die EZB der Uni kostenlos* nachlesen.


*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H