• Wanja Firnkes

Wie wichtig ist Leidenschaft für Start-ups?


Es gibt einige Studien, die den Zusammenhang zwischen Leidenschaft und Erfolg im unternehmerischen Kontext untersucht haben. Ein Großteil der Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Leidenschaft eine positive Auswirkung auf die Emotionen junger UnternehmerInnen haben kann und es somit auch sehr wahrscheinlich ist, dass leidenschaftliche UnternehmerInnen insgesamt einen positiven Einfluss auf das Start-up haben können. Doch diese Studien beziehen sich vor allem auf die einzelnen Personen und nicht auf das gesamte Gründerteam.


Mol, Cardon, Jong, Khapova und Elfring (2019) haben sich deshalb gefragt, ob die positiven Einflüsse der Leidenschaft von einzelnen GründerInnen überhaupt auf das gesamte Gründerteam übertragen werden können. Zu dieser Frage haben sie in ihrer Studie 107 Gründerteams in den Niederlanden über einen Zeitraum von 5 Jahren betrachtet. Sie kamen, wie die Studien zuvor, zu dem Ergebnis, dass ein durchschnittliches Maß an Leidenschaft zu positiven Auswirkungen der Leistung der einzelnen GründerInnen führt. Das bedeutet, dass GründerInnen, die leidenschaftlich an ihrem Start-up arbeiten, in der Regel mehr Leistung erbringen, als GründerInnen, die nicht für ihr Start-up brennen. Darüber hinaus haben sie festgestellt, dass dadurch aber nicht automatisch die Leistung des gesamten Gründerteams steigt. Denn für eine gute Teamleistung ist nicht nur die Leidenschaft der einzelnen Teammitglieder entscheidend. Maßgeblich für eine gute Teamleistung ist vor allem, dass alle Teammitglieder in etwa gleich viel Leidenschaft mitbringen. Denn die Studie hat gezeigt, dass die Gründerteams, die die höchste Diversität an Leidenschaft aufwiesen, am wenigsten Leistung erbrachten. Eine hohe Diversität an Leidenschaft liegt zum Beispiel dann vor, wenn ein Teammitglied eine sehr hohe Leidenschaft hat, das zweite Teammitglied sehr niedrige Leidenschaft besitzt und das dritte Teammitglied nicht wenig, aber auch nicht viel Leidenschaft besitzt. Als Grund für eine schlechtere Teamleistung, nennen Mol, Cardon, Jong, Khapova und Elfring vor allem eine höhere Anfälligkeit für Konflikte. Außerdem können sich die Prioritäten der einzelnen Gründungsmitglieder dadurch stark unterscheiden.

Wenn du in deinem Gründerteam merkst, dass nicht alle die gleiche Leidenschaft an den Tag legen, wenn es um das Start-up geht, solltest du dir bewusst sein, dass dadurch immer wieder Konflikte entstehen können. Das ist natürlich kein Grund, um das Start-up direkt aufzulösen, aber man sollte sich dessen bewusst sein und schauen, wie man den Leistungsverlust kompensieren kann.



Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “Entrepreneurial passion diversity in new venture teams: An empirical examination of short- and long-term performance implications” aus dem Journal Business Venturing über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H


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