• Sabrina Basner

Wie Social Entrepreneurs aus der Rhein-Ruhr-Region die Start-up Szene beeinflussen

Das Entrepreneurship Zentrum Witten der Universität Witten/Herdecke fördert junge Unternehmerinnen und Unternehmer und ihre Ideen


Nachhaltige Produkte und besonders nachhaltige und faire Mode haben in den vergangenen Jahren an Stellenwert gewonnen. Lisa Bellinghausen, Johannes Hierl und Paul Ewald möchten jedoch nicht nur faire, sondern auch modisch ansprechende Kleidung produzieren und haben deshalb gemeinsam das Start-up HBE clothing gegründet. Ihre Kleidung wird fair, transparent und nachhaltig nach dem GOTS Standard in Portugal produziert. Sie achten zudem darauf, dass die Herstellung Ihrer Kleidung mit möglichst wenig C02 Emissionen erfolgt.

Obwohl seit ihrem ersten Pitch beim Gründerstipendium NRW nicht einmal sieben Monate vergangen sind und die aktuell schwierige Pandemie-Lage dem Team den ein oder anderen Stein in den Weg gelegt hat, arbeiten sie intensiv an der Verwirklichung ihrer Idee. Dank des enormen Einsatzes liegen die ersten Produktmuster schon vor und der Finanzplan des jungen Unternehmens steht. Auch online sind sie schon unter hbeclo.com oder auf Instagram als @hbeclo zu finden. Mitverantwortlich für den Erfolg ist die Unterstützung der HBE-Gründerinnen und Gründer durch das Entrepreneurship Zentrum Witten (EZW) und dem Visionest Programm. Dabei handelt es sich um das Startup Accelerator-Programm des EZW. Es begleitet Start-ups von der ersten Minute an. Ziel ist es, Gründerinnen und Gründern den Start bei der Unternehmensgründung zu erleichtern und sie innerhalb von zwölf Monaten investitionsfähig zu machen.

Die drei Gründerinnen und Gründer studieren an der Uni Witten/Herdecke (UW/H) und sind so auf das EZW aufmerksam geworden. Die UW/H versteht sich seit ihrer Gründung und mit ihrer Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft als unternehmerische Universität und ermutigt alle Studierenden, selbst unternehmerisch aktiv zu werden. Deshalb erlernen sie nicht nur in speziellen Formaten die „Unternehmensgründung” an der Universität, sondern können das Wissen mit Hilfe des EZW auch direkt anwenden. Zudem ist das EZW Teil des Gründerstipendium.NRW und kann junge Gründerinnen und Gründer für maximal ein Jahr mit bis zu 12.000 Euro pro Person fördern. Dank dieser finanziellen Sicherheit konnte das Team mit dem Coach des EZW, Prof. Dr. Erik Strauß, an ihrer Geschäftsidee arbeiten.


Die Idee der Universität Witten/Herdecke und des EZW zahlt sich aus: Bereits zu Beginn ihres Studiums können viele junge Menschen für eine Unternehmensgründung begeistert werden. Anders als der deutsche Durchschnitt, in dem die meisten Gründerinnen und Gründer 36,1 Jahr alt sind (Quelle: Deutscher Startup Monitor 2020, Seite 33), betreut das EZW zu 100 Prozent Studierende aus dem Bachelor mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren.


Das Entrepreneurship Zentrum Witten Seit 2014 unterstützt das Entrepreneurship Zentrum Witten junge Gründerinnen und Gründer bei der Entwicklung Ihrer Geschäftsidee. Seit 2020 liegt der Fokus auf Social Entrepreneurs, die mit Ihrer Geschäftsidee gesellschaftlich etwas verändern wollen. Das EZW bietet neben dem Programm „Visionest” für Start-ups in der Gründungsphase auch das Programm „Succeed”, welches als Aufbauprogramm oder Einstiegsprogramm für Gründerinnen und Gründer in der Finanzierungsphase vorgesehen ist.

Die Möglichkeit, sich wie das Team von HBE clothing für das Gründerstipendium NRW zu bewerben und somit eine Förderung in Höhe von 12.000 Euro pro Person für ein Jahr zu erhalten, bietet das EZW in regelmäßigen Abständen. Im Zentrum können junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler einen Arbeitsplatz oder Meeting-/Veranstaltungsraum mieten. Zudem gibt es einen „Coworking Space“. Ziel ist es, der Gründer-Community auf der Fläche ein Zuhause zu geben.


Gründergeist an der UW/H Laut dem Start-up Monitor NRW stärken NRW-Hochschulen das Ökosystem: Viele Gründerinnen und Gründer haben an den nordrhein-westfälischen Hochschulen studiert, 84 Prozent bewerten die Nähe zu Universitäten als (sehr) gut. In der Gründerwerkstatt entwickeln Studierende der Universität Witten/Herdecke eigene Geschäftsideen und arbeiten diese über ein Semester hinweg zu tragfähigen Konzepten aus. Die Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft fördert auf diese Weise unternehmerisches Denken und bereitet ihre Studierenden auf die Übernahme von Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft vor. Viele Teilnehmende kommen durch den Kurs auf den Geschmack und setzen die Idee im EZW fort.


Im Wintersemester 2020/2021 gab es zudem die Lehrveranstaltung mit dem Titel „Entrepreneurial Finance for Start-Ups and New Ventures“, die von Dr. Sven Wilhelm geleitet wurde. Auch in den Veranstaltungen von Prof. Thomas Clauß wurden den Interessierten wichtige Grundlagen rund um Innovationen und neue Geschäftsmodelle vermittelt.


Das uniinterne Netzwerk aus Alumni steht den jungen Gründerinnen und Gründern beratend zur Seite. Die UW/H ist durch die Familienunternehmen geprägt, die den Gründergeist leben. Die bisher erfolgreichsten Gründungen von UW/H-Absolventen sind die Unternehmen 7Mind, Urlaubsguru und Masterplan.


Zum Hintergrund: Start-ups in NRW

  • Laut des Start-up Monitors NRW liegt die Gründungsaktivität bei 28,5 Prozent: Das Gründungs-Ökosystem in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich durch Offenheit aus: Der Anteil der Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund entspricht mit 28 Prozent etwa dem Anteil in der Erwerbsbevölkerung (Bund: 20 Prozent Anteil an den Gründern, 25 Prozent an der Erwerbsbevölkerung).

  • Corona und Gründen: Trotz Corona-Krise nehmen die Gründungsaktivitäten zu: Im ersten Halbjahr 2020 gab es in Nordrhein-Westfalen 17 Prozent mehr Start-up-Gründungen als im Vorjahreszeitraum. Mit den politischen Maßnahmen konnten viele Start-ups in der Krise unterstützt werden. Insgesamt bewerten 66 Prozent der nordrhein-westfälischen Start-ups die wirtschaftspolitischen Initiativen positiv (Bund: 56 Prozent).

Pressetext der Universität Witten/Herdecke Veröffentlicht am 03.03.2021

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