• Merve Coskun

Wie Online-Communities Unternehmer*innen besonders in Krisenzeiten weiterbringen

Die COVID-19-Pandemie und die erforderlichen staatlichen sowie gesundheitlichen Maßnahmen treffen junge Unternehmen und Start-ups hart. Über die finanziellen Auswirkungen hinaus, leiden seit dem letzten Jahr Unternehmer*innen auch emotional darunter, da oftmals ihre Unternehmen gefährdet und das persönliche Wohlbefinden durch Isolation und die damit einhergehende Einsamkeit belastet ist. Die räumliche Trennung und das ‘social distancing’ haben vielen Unternehmer*innen nicht mehr erlaubt, ihr bestehendes Netzwerk zu nutzen oder sich aktiv persönlich zu vernetzen, um die notwendige Unterstützung für ihre unternehmerischen Tätigkeiten zu finden.


So greifen viele Unternehmer*innen mittlerweile auf alternative Unterstützungsquellen, wie z.B. Online-Communities zurück. Die Forscher*innen Bucher et al. (2021) betonen die bedeutende Rolle dieser Gemeinschaften, die besonders in der herausfordernden Pandemiezeit unterstützen und so zur Stabilisierung von unternehmerischen Tätigkeiten beitragen können In digitalen Räumen können geografisch verstreute, unternehmerisch denkende Personen zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen, in dem sie Wissen austauschen, bestimmte Ressourcen bereitstellen oder emotionalen Rat anbieten.


Die Forscher*innen haben mithilfe einer qualitativen Analyse Gesprächsdaten aus einer großen Online-Community auf Reddit, bestehend aus Unternehmer*innen und Start-ups untersucht. Der Untersuchungszeitraum befand sich zwischen Januar 2020 und Juli 2020.

Dabei haben sie herausgefunden, dass digitale Gemeinschaften bei betrieblichen Problemen Hilfe leisten können. Die Unternehmer*innen bringen spezifische Probleme zur Sprache, die aufgrund staatlicher Vorschriften aufgetreten sind. Darunter gehören Probleme wie z.B. die Co-working Spaces verlassen zu müssen und die Sorge, Pitch-Gelegenheiten zu verpassen. Aber auch die Schwierigkeiten, laufende Kosten zu bewältigen oder staatliche Kreditprogramme zu beantragen, gehörten zu den typischen Herausforderungen zu Beginn der Pandemie.


Die Auswertung brachte außerdem ans Licht, dass Unternehmer*innen nach Ressourcen fragen, die ihnen helfen, den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Darunter kann es sich um Fragen nach Online-Tools handeln, die bei der Arbeit von zu Hause aus oder bei der Ideensammlung im Team nützlich sind. Auch handelt es sich oft um Tipps, um die Freizeit sinnvoll zu verbringen, sei es durch Bücher, Podcasts oder Filme. Hierbei tragen die Community-Mitglieder hilfreiche Ressourcen zusammen und erstellen offen zugängliche Listen. Andere Communitys führen spezifische Aufgaben aus, indem sie Produkttest durchführen oder eine Website entwickeln. Im Anschluss berichten sie über ihre Erfahrungen und Eindrücke.


Interessanterweise wird diese Suche nach Unterstützung oft von Emotionen gesteuert. Denn es geht bei dem Austausch um das Bedürfnis nach Mitgefühl bei wesentlichen (unternehmerischen) Entscheidungen und persönlichen Problemen sowie um den Wunsch, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.


Du stehst mit Deinem Start-up – möglicherweise bedingt durch die Krise – vor denselben Schwierigkeiten? Dann melde Dich bei uns für eine umfassende Beratung und wir begleiten Dich bei der Umsetzung Deiner Geschäftsidee!


Mehr über die Studie und ihre Ergebnisse erfährst Du im Artikel “Digital affordances: how entrepreneurs access support in online communities during the COVID-19 pandemic” von Bucher et al. (2021) im Journal “Small Business Economics”. Über die EZB der Uni kannst Du den Artikel kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H