• Julia Esdar

Wie Machthierarchien im Team den Erfolg Deines Start-ups beeinflussen

Die wenigsten Start-ups werden von Einzelpersonen gegründet - meistens steckt ein (kleines) Team dahinter. Bei der Zusammensetzung eines Teams, sei es bei der Gründung eines Start-ups oder dem Beginn eines neuen Projektes in einem bestehenden Unternehmen, stellt sich die Frage, wie dieses Team am besten organisiert ist, um möglichst effizient zu handeln. Ein gut funktionierendes Team ist kreativ und hat innovative Ideen. Gleichzeitig findet die Entscheidungsfindung effizient statt.


Doch wie solltest Du Dein Team organisieren, um genau das zu erreichen? Sollte es eine Führungsposition und stark ausgeprägte Machthierarchien geben, oder sind flache Hierarchien und eine auf alle Teammitglieder gleichermaßen verteilte (Entscheidungs-)Macht besser?


Wie Du dir vermutlich bereits denken kannst, gibt es für diese Herausforderung keine “one fits all”-Lösung. Die Zusammensetzung und Organisation Deines Teams hängt vor allem von der Homogenität der Teammitglieder ab und davon, wie viel Gründungserfahrung Du als eventuelle Führungskraft bereits hast.

Das ist eine der Erkenntnisse, die Xie, Feng und Hu (2020) in ihrer Studie zum Thema Machthierarchien in Teams und ihrer Bedeutung für die Performance neuer Unternehmen gewonnen haben. Es bleibt also ein Rätsel, ob Macht in (neuen) Teams generell zentralisiert liegen oder gleichmäßig verteilt sein sollte.


Was die Forscher*innen jedoch feststellen konnten: eine zentralisierte Machtstruktur sollte eher in homogenen Teams angewandt werden, während dezentralisierte Macht mit flachen Hierarchien für heterogene Teams geeigneter ist. Die Homogenität bzw. Heterogenität von Teammitgliedern bezieht sich auf gemeinsame Teamerfahrung, die beruflichen Hintergründe sowie auf die individuelle Stärken und Schwächen der Mitglieder.


Ein hohes Maß an Heterogenität im Team hat den Vorteil der Interdisziplinarität: es treffen unterschiedliche Meinungen und Perspektiven aufeinander, woraus kreative und innovative Ideen entstehen. Andererseits erhöht sich durch große Unterschiede zwischen den Meinungen auch das Konfliktpotenzial im Team, was sich negativ auf die kollektive Entscheidungsfindung auswirken kann. Bei sehr heterogenen Teams empfehlen die Forscher*innen daher, Machthierarchien einzuführen und die Macht eher zu zentralisieren.


Bei sehr homogenen Teams ist genau das Gegenteil der Fall. Es besteht das Risiko, dass die Kreativität im Team aufgrund der Ähnlichkeit der Mitglieder leidet und die Performance des Start-ups geschwächt wird. Daher ist es ratsam, in homogenen Teams flache Hierarchien einzuführen: geteilte Macht und eine gemeinsame Entscheidungsfindung fördern den Dialog und das Aufkommen innovativer Ideen.


Neben der Zusammensetzung der Mitglieder spielt auch Deine vorherige Gründungserfahrung als potenzielle Führungskraft eine wichtige Rolle für den Erfolg Deines Teams, da diese die Effekte (positiv wie negativ) von Machtstrukturen im Team noch verstärkt.


Die Frage, welche (Macht-)Struktur Dein Team am besten voranbringt und die Performance Deines Start-ups bestmöglich unterstützt, lässt sich also wie so oft mit “es kommt darauf an” beantworten. Der wohl wichtigste Aspekt für den Erfolg Deines Teams bleibt trotz allem eine offene Kommunikation im Team. Außerdem solltet Ihr gemeinsam sicherstellen, dass Ihr ähnliche Visionen für die Zukunft des Unternehmens habt.


Alle Ergebnisse der Studie von Xie et. al findest Du im Artikel “Does new venture team power hierarchy enhance or impair new venture performance? A contingency perspective.”

Über die EZB der Uni kannst Du den Artikel kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H.

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