• Merve Coskun

Wie digitale Technologien den Klimawandel stoppen und Nachhaltigkeit fördern kann

Klimaforschende prognostizieren uns noch etwa 10 Jahre, in denen wir Veränderungen vornehmen können, bevor wir die dramatischen Effekte des Klimawandels zu spüren bekommen. Die Warnungen vor der Erderwärmung und den Verlust der biologischen Vielfalt werden stets eindringlicher. In den populären Medien sorgen Netflix-Dokus wie „Seaspiracy“ oder „Kiss the Ground“ sowie eine Reihe von Aktivisten, für eine Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und zwingen Unternehmen frei- oder unfreiwillig zu ambitionierten Umweltzielen. Gleichzeitig ist der Trend der Digitalisierung in der Wirtschaft in aller Munde. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) entwickeln sich exponentiell weiter, trotz negativer Auswirkungen auf die Beschäftigung und ethischer Bedenken KI-gestützter Entscheidungen. Sie begleiten uns sogar inzwischen in unserem Alltag, z.B in Form von Haushaltsgeräten und Fitnessarmbändern.


Doch kann die fortschreitende Digitalisierung mit einer besseren Umwelt einhergehen? Können neue Technologien uns helfen, existentielle Bedrohungen der heutigen Zeit zu lösen? Die WissenschaftlerInnen scheinen zuversichtlich und werfen einen Blick auf die Konvergenz der beiden – im ersten Moment – widersprüchlichen Trends: zunehmende Digitalisierung und der Klimawandel. So bietet der Artikel von George et al. (2020) optimistische Aussichten, der eine Lösung des Klimawandels und eine nachhaltige Zukunft durch digitale Innovationen für möglich hält. Die ForscherInnen sind sich einig: digitale Nachhaltigkeit ist die Zukunft.


Die Forscher George et al. (2020) identifizieren eine wesentliche Wissenslücke, die der globalen Überschreitung der planetarischen Grenzen zugrunde liegt. Es gelingt uns noch nicht, den Zustand der natürlichen Biosphäre und das Ausmaß der Auswirkungen unseres Verhaltens auf den Planeten zu erkennen. Daher sind uns Konsumenten die Folgen unserer nicht-nachhaltigen Entscheidungen kaum bewusst, sodass wir diese nicht in unsere Konsumentscheidungen berücksichtigen. Aufstrebende digitale Unternehmen nutzen Technologien, wie Satelliten, Drohnen und Internet of Things (IoT), um Beobachtungen über die Natur zu dokumentieren und so die Wissenslücken schließen zu können.

Das US-amerikanische Unternehmen „Saildrone” sammelt mithilfe unbemannter Drohnen hochauflösende Daten über die Atmosphäre und die Tiefsee. Die gewonnenen Daten werden in Echtzeit-Informationen umgewandelt und erleichtert den Kunden den Zugang zu wichtigen ökologischen Daten. So können auch erhebliche Wissenslücken der breiten Masse geschlossen werden.


Das Thema der Nachhaltigkeit ist oft komplex und befindet sich stets im Wandel, sodass wir Konsumenten uns oft machtlos fühlen und das Gefühl haben, dass wir mit unseren Bemühungen keinen bedeutenden Einfluss haben. Dem wirken digitale Tools entgegen, die häufig auf Gamification-Prozessen aufbauen und nachhaltige Entscheidungen in ein unterhaltsames, soziales und wettbewerbsfähiges Format übertragen werden, die zudem einfach in den Alltag integrierbar sind. Ein gutes Beispiel dafür ist „Ecosia“, eine Suchmaschine, die 80 % ihrer Werbeeinnahmen für das Pflanzen von Bäumen zur Bekämpfung der globalen Erderwärmung verwendet. Was soll das bringen? Langfristige sowie positive Verhaltensänderungen, die mit einem Unterhaltungseffekt einhergehen.


Du möchtest als EntrepreneurIn Deinen Beitrag zur digitalen Nachhaltigkeit leisten? Dann kannst Du weitere spannende Fakten über die Auswirkungen von innovativen Technologien auf die Umwelt im Journal für Entrepreneurship Theory and Practice kostenlos* über die EZB der Uni nachlesen. Der Artikel lautet: „Digital Sustainability and Entrepreneurship: How Digital Innovation Are Helping Tackle Climate Change and Sustainable Development“ von George et al. (2029).

*für Studierende und Mitarbeitende der UH/W