• Wanja Firnkes

Welchen Einfluss haben Gründerkurse an Universitäten auf die unternehmerischen Fähigkeiten?

Aktualisiert: Aug 7


Wenn ihr das EZW kennt, wisst ihr vermutlich auch, dass viele GründerInnen der Start-ups im EZW an der Universität Witten/Herdecke studieren (UWH) und dementsprechend auch viele dieser Start-ups an der UWH entstanden sind. Viele der GründerInnen im EZW haben die „Gründerwerkstatt“ besucht, ein Seminar, das an der UWH angeboten wird. In der „Gründerwerkstatt“ können die Studierenden erste Erfahrungen im Unternehmertum sammeln und gleichzeitig ein eigenes Unternehmen gründen. Viele GründerInnen waren von dem Kurs begeistert und konnten bei der Gründung ihres eigenen Unternehmens von den wertvollen Erfahrungen aus dem Seminar profitieren. Neben der UWH bieten natürlich noch viele andere Universitäten Kurse zur Gründung von Unternehmen an. Es stellt sich die Frage:


Welchen Einfluss haben Gründerkurse auf die unternehmerischen Fähigkeiten?

Dieser Frage haben sich Hahn, Minola, Bosio und Cassia (2019) in ihrer Studie gewidmet. Im Rahmen des GUESS, wurden Gründerkurse an unterschiedlichen Universitäten innerhalb Europas untersucht. Sie haben festgestellt, dass es in der Regel zwei unterschiedliche Arten von Gründerkursen an Universitäten gibt:

  1. Pflichtkurse: müssen belegt werden, um das Studium erfolgreich abschließen zu können.

  2. Wahlkurse: können frei dazu gewählt werden. Es hat keinen Einfluss auf das Studium, wenn der Kurs nicht belegt wird.


Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Studierende, die ihren Gründerkurs freiwillig gewählt haben (Wahlkurs), ihre unternehmerischen Fähigkeiten signifikant verbesserten. Bei Pflichtkursen konnte eine signifikante Verbesserung der unternehmerischen Fähigkeiten nur festgestellt werden, wenn die Studierenden unternehmerische Eltern hatten und diese als erfolgreich ansahen. Freiwillige Kurse führen also öfter zu verbesserten unternehmerischen Fähigkeiten, als Pflichtkurse. Zurückzuführen ist das vor allem darauf, dass Studierende die einen Gründerkurs freiwillig belegen, tendenziell ein stärkeres Interesse an Unternehmertum haben und einer Gründung positiv gegenüberstehen. Pflichtkurse hingegen, können die Motivation einer Gründung hemmen, denn ein Bestehen des Kurses ist Pflicht für die erfolgreiche Beendigung des Studiums. Die Folge: Inhalte werden hauptsächlich für die Prüfung gelernt und finden im Leben nach oder während des Studiums eher selten Anwendung. 


Die Gründerwerkstatt an der UWH ist übrigens ein Wahlkurs und kann freiwillig im Rahmen des Studium Fundamentale wahrgenommen werden. Damit gehört die Gründerwerkstatt also zu den Kursen, bei denen die Teilnehmenden nach dem Kurs verbesserte unternehmerische Fähigkeiten zeigten. 



Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “ The impact of entrepreneurship education on university students’ entrepreneurial skills: a family embeddedness perspective” aus der Small Business Economics über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.            


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H



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