• Merve Coskun

Was hindert Unternehmer*innen in Entwicklungsländern erfolgreich zu sein?

Die Gründung neuer Unternehmen ist für den wirtschaftlichen Wohlstand eines Landes von entscheidender Bedeutung, da andernfalls eine wirtschaftliche Stagnation droht. Trotz des Beitrags kleiner und mittelgroßer Unternehmen (KMU) zum Wirtschaftswachstums, ist der Gründungsprozess überall in der Welt und insbesondere in einem Entwicklungsland wie Südafrika immer noch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die Forscher Mothoa et al. (2021) weisen darauf hin, dass kleine und mittlere Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Bekämpfung der Armut und dem Wirtschaftswachstum spielen. Obwohl die Regierung unternehmerische Vorhaben ernst nimmt und Unterstützungsstrukturen im Land geschaffen hat, gibt es immer noch große Herausforderungen.



Doch was sind die Faktoren, die Existenzgründer*innen von Kleinunternehmen in Entwicklungsländern entmutigen? Zum einen ist der Mangel an ausreichendem (Start-)kapital ein Aspekt, welches das Wachstum von Kleinunternehmen behindert. Viele Kleinunternehmer*innen haben Schwierigkeiten, ausreichend finanzielle Mittel und ein festes Einkommen zu erhalten. Zudem stellt es sich ohne klare Rahmenbedingungen seitens der Politik äußerst schwierig dar, ein Unternehmen zu gründen. Kleine Unternehmen können nicht ordnungsgemäß gegründet werden , weil es den Gründer*innen z.B. an Informationen über die Registrierung ihrer Unternehmen fehlen, die die Regierung vermitteln sollte.


Es mangelt Kleinunternehmer*innen oft an Erfahrung und Ausbildung in der Führung ihrer Unternehmen. Dies hat zur Folge, dass sie den künftigen Bedürfnissen der Gesellschaft und ihrer Angestellten nicht gerecht werden können. Das Fehlen von Schulungseinrichtungen für die Unternehmensführung ist nicht nur ein großes Hindernis für Gründungen im Allgemeinen, sondern auch speziell für weiblichen Unternehmer*innen, die neuerdings vorerst in den Industrieländern (für Führungspositionen) in den Fokus rücken. Eines der größten Herausforderungen, mit denen sowohl aufstrebende als auch neu gegründete Unternehmen in Entwicklungsländern konfrontiert sind, ist der fehlende Zugang zu Technologie. Viele kleine Unternehmen scheitern daran, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, weil an ihnen an geeigneter technologischer Ausstattung mangelt.


In den 90er Jahren verpflichtete sich die südafrikanische Regierung, die Entwicklung von Kleinunternehmen zu fördern und zu unterstützen. Hauptsächlich wollte sie von den Maßnahmen der Industrieländer lernen, insbesondere von denjenigen, die darin erfolgreich sind, Kleinunternehmen zu fördern. Diese Verpflichtung hat zu verschiedenen Unterstützungsprogrammen und zur Einrichtung von Agenturen geführt, die sich um die Probleme der kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Südafrika kümmern.


Mothoa et. al sehen die Ergebnisse ihrer Studie als Appell an die Politik. Sie legen die Notwendigkeit nahe, (politische) Maßnahmen zu entwickeln, die Entrepreneur*innen dabei helfen, Herausforderungen bei der Gründung eines Unternehmens zu überwinden und darüber hinaus diese Dienstleistungen für KMU bekannter zu machen. Diese Anreize können Raum für Innovationen schaffen und langfristig einen wirtschaftlichen wie sozialen Mehrwert ermöglichen.



Mehr über die Studie und ihre Ergebnisse erfährst Du im Artikel “Government contribution towards the growth of small and medium-sized enterprises: owners perspective” von Mothoa et al. (2021) im Journal “International Business of Entrepreneurship”. Über die EZB der Uni kannst Du den Artikel kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H