• Sabrina Basner

Update Interview mit Lisa, Paul und Johannes vom Start-up HBE clothing

Hallo Ihr drei, ihr seid vor 8 Monaten mit eurer Idee gestartet, wir sind gespannt, was seit der Gründung passiert ist.


Ziemlich viel! Für uns war es zu Anfang wichtig, unsere Kollektion zu planen. Dazu haben wir einen Open Call für Künstler gestartet, bei dem Leute aus der ganzen Welt mit uns ihre visuelle Vision zum Stichwort „Revolution“ teilen konnten. Später sind aus den Einflüssen der Gewinner unsere jetzigen Designs entstanden. Außerdem haben wir einen Kontakt nach Portugal gefunden, um eine geeignete Produktion zu finden, die uns auch den GOTS Standard garantieren kann. Unsere ersten Samples waren auch schon sehr zufriedenstellend, auch wenn wir kleine Änderungen in Auftrag gegeben haben. Und zuletzt haben wir uns sehr intensiv mit den Finanzen beschäftigt, die wir zur Verfügung haben. Dabei sind total viele Ausgaben für uns greifbarer geworden und wir konnten uns gedanklich damit auseinandersetzen, wie wir unser Budget handhaben wollen und auch sollten. Als nächstes stehen dann die Finalisierung der Samples, unsere Website und unsere Marketingstrategie auf dem Plan!



Wie läuft es mit der Produktion eurer Nachhaltigen Mode? Beim letzten Interview wart ihr noch auf der Suche nach einem Produzenten, seid ihr fündig geworden und wie war der Weg dorthin?


Leider verschont Corona auch die portugiesischen Textilproduktionen nicht wirklich! Wir kämpfen daher zurzeit etwas damit, unsere eigenen Deadlines einzuhalten oder anzupassen. Zur Seite steht uns dabei aber sehr tapfer unser Ansprechpartner aus Portugal, Fernando, der für uns vor Ort unsere Interessen vertritt und uns mit seinem Wissen zur Hilfe bereitsteht. Diesen haben wir damals über persönliche Recherche kontaktiert und sind nun mehrmals die Woche alle gemeinsam in Kontakt. Doch wie gesagt warten wir im Moment auf unsere zweiten Samples. Diesmal werden die Samples jedoch auch schon näher am fertigen Produkt sein, da wir nun soweit mit dem Auswählen von Design, Stoffen, Farben, Tags, etc. durch sind. Nun erhoffen wir uns nur noch, dass die zweiten Samples unseren Erwartungen entsprechen und wir in Produktion gehen können!



Die erste Kollektion war für Ende 2020 geplant, war das Ziel doch zu optimistisch?


Ja klar, da haben wir uns verschätzt. Wir hätten sehr gerne unsere Kollektion bereits auf dem Markt gesehen, doch Corona hat uns da sicherlich auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht nur im Start-up, sondern auch als Studenten mussten wir uns alle stark anpassen an die neue Situation und konnten vieles nicht wie üblich besprechen oder ausführen. Im Nachhinein sind wir jedoch froh, das Release-Datum immer vage gehalten zu haben, da wir dadurch auch selbst noch vieles verbessern konnten, ohne in Zeitstress zu geraten.


Was sind eure learnings die ihr bis jetzt mitnehmen konntet?


Da fallen uns spontan zwei Sachen ein. Erstens ist ein guter Plan immer hilfreich, was wir insbesondere bei den Finanzen gemerkt haben. Das gilt aber auch für Strategie- und Zeitpläne zu allen möglichen Themen! Zweitens lohnt es sich sehr, Kontakte zu knüpfen, die sich in der Branche auskennen und in den direkten Austausch zu treten.


Was ist aus eurer Crowdfunding Kampagne geworden?


Die Idee des Crowdfundings haben wir nicht aufgegeben, sondern es aus strategischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Sofern wir bei folgenden Kollektionen in einen Liquiditätsengpass geraten sollten oder aus werbetechnischen Gründen einen PopUp-Store eröffnen wollen, würden wir gerne auf das Crowdfunding zurück kommen. Ein weiterer Grund gegen eine jetzige Crowdfunding-Kampagne ist der Parameter Zeit. Eine erfolgreiche Kampagne muss sehr sorgfältig geplant werden und auch unseren Ansprüchen entsprechen. Da wir zurzeit nicht die Zeit erübrigen können eine Kampagne, die unseren Ansprüchen entspricht, zu erarbeiten, kamen wir zu dem Entschluss das Crowdfunding etwas nach hinten zu schieben. .


Ihr hattet einen open Call um Designer zu finden, wie war der Prozess für euch?


Wie anfangs schon angedeutet, haben wir einen Open Call im November 2020 gestartet, bei dem wir unterschiedlichste künstlerische Interpretationen des Themas „Revolution“ erhalten haben. Zu unserer Überraschung und Freude erhielten wir über 40 Einsendungen aus aller Welt, von Russland bis Kanada. Im Endeffekt haben wir uns für fünf verschiedene Kunstwerke entschieden, die als Grundlage für unser Design dient. Unter diesen sind Archivbilder der Frauenbewegung „Suffragettes“, die sich für Emanzipation und Frauenrechte Anfang des 20. Jahrhunderts in England und den USA stark gemacht haben oder eine Interpretation der gesellschaftlichen Rollen, die durch Kleidung und Mode erzeugt werden und die Gesellschaft und die, in dieser lebenden, Individuen beeinflusst.

Demnach seid gespannt auf die erste Kollektion!


Wann geht ihr in die Produktion und wann kann man bei euch bestellen?


Sofern alles nun planmäßig verläuft, sollten wir diesen Monat noch unsere finalen Samples erhalten und können dann in Produktion gehen. Diese dauert zwischen sechs und acht Wochen. Während dessen steht die Koordination und Organisation des Marketings und des Vertriebs auf dem Plan. Außerdem werden wir ein Fotoshooting und Videoshoot machen. Wir hoffen, dass all diese Aufgaben bis Anfang Juni erledigt sind und wir mit dem Vertrieb anfangen können.



Was macht ihr, um euren Bekanntheitsgrad weiter auszubauen?


In unserer Marketingstrategie wollen wir primär auf Instagram setzen. Hierfür haben wir uns bereits eine Vielzahl an kleinen bis mittelgroßen „Influencer*innen“ rausgesucht, welche wir vor dem Release unserer ersten Kollektion kontaktieren wollen. Wir hoffen, dass diese daran interessiert sind mit uns zusammenzuarbeiten und bereit sind die Produkte entweder durch einen post oder eine story zu bewerben. Des Weiteren sind wir in der glücklichen Position guten Kontakt zu bekannten Leuten in der streetwear Szene zu haben, wodurch wir ebenfalls Aufmerksamkeit erlangen können. Darüber hinaus willen wir mit größeren Influencer*innen zusammenarbeiten, um auch außerhalb der streetwear Nische bekannter zu werden und somit einen möglichst großen Kundenstamm aufzubauen.


Wie sieht aktuell eure Arbeitswoche aus?


Aktuell stehen wir in sehr regelmäßigem Kontakt mit Fernando und somit auch mit der Produktion in Portugal, um so schnell wie möglich die erste Kollektion auf die Beine zu stellen. Somit richtet sich der Großteil der Arbeit danach was noch von der Produktion gefordert wird damit die Produkte vollständig werden. Mal handelt es sich um ein Design für beispielsweise neck- oder hangtags, mal geht es um Entscheidungen zwischen verschiedenen Printmethoden. Außerdem ist das Erstellen der Website eine sehr wichtige und zeitintensive Aufgabe momentan, da diese als Hauptaushängeschild unserer Marke dienen wird und somit nahezu perfekt sein muss. Nebenbei betreiben wir viel Recherche für unsere Marketingstrategie und versuchen passende Influencer*innen zu finden, mit welchen wir zusammenarbeiten wollen. Es gibt also allerhand zu tun, allerdings bekommen wir es gut hin die Aufgaben aufzuteilen und durch ständigen Kontakt zusammen nach und nach alles abzuhaken.


Was würdet ihr Rückblickend heute anders machen, wenn ihr heute gründen würdet?


Ehrlich gesagt ist bisher den Umständen entsprechend alles recht gut abgelaufen, deswegen gibt es wenig was wir ändern würden. Im Nachhinein ist uns jedoch bewusst geworden, dass jegliche Prozesse viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als anfangs gedacht, weswegen der anfängliche Zeitplan definitiv zu optimistisch war. Da Corona mit Abstand der größte Stein im Weg ist, erscheinen alle anderen Probleme viel kleiner und somit leichter zu meistern. Die Pandemie macht uns allerdings bei fast jedem Plan einen Strich durch die Rechnung, wodurch wir uns fast jedes Mal umstellen müssen. Hierbei ist es sehr hilfreich, dass wir von Anfang an sehr flexibel geplant haben, da Neustrukturierung somit leichter fiel.


https://hbeclo.com/

Kontakt

Bahnhofstraße 63

58452 Witten

Email: info@ezw.de

Telefon: + 49 2302 9830699

Ein Zentrum der

logo_UWH_HELL.png
sendLOGO.png

Mitglied im 

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
linkedin-logo.png
xing-social-logotype.png

© 2020 Entrepreneurship Zentrum Witten gGmbH |  Impressum  |   Datenschutzerklärung