• Alina Schlieper

Teamarbeit und die Bedeutung von Homogenität für konstruktive Ergebnisse

Wer von uns hat es damals in der Schule nicht erlebt? - Die willkürliche Einteilung des Lehrers in Gruppen. Dabei hätte man viel lieber mit der besten Freundin oder dem besten Freund zusammengearbeitet.

Mittlerweile können wir alle selbst entscheiden, mit wem wir zusammenarbeiten wollen oder nicht. Gerade im Bereich der Start-up Gründung. So werden, laut vieler Forscher*innen, Start-ups von Teams und nicht primär von Einzelpersonen gegründet, so auch bei uns im EZW.


Aber worauf muss man bei der Teamzusammensetzung achten? Was ist hinderlich und was förderlich für die Generierung neuer Ideen und Problemlösungsstrategien? Mit dieser Frage haben sich Kier & McMullen (2020) beschäftigt.

Sie untersuchten Teams und deren einzelne Mitglieder im Hinblick auf kognitive Fähigkeiten wie Kreativität, Ideenreichtum und Problemlösungsstrategien sowie auf soziale Fähigkeiten. Dabei kamen sie zu folgendem Ergebnis:


Zunächst einmal die positive Nachricht für alle: Es gibt nicht das „perfekte” Team. Vielmehr gibt es eine Reihe von Kombinationen aus Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften, die im Team zu guten Ergebnissen führen.


Dennoch ist Homogenität das Stichwort.

Teams mit ähnlichen kognitiven und sozialen Fähigkeiten erzielten ebenso gute Ergebnisse bei der Lösung verschiedenster Aufgaben und Probleme, wie Teams mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten, aber ähnlichen sozialen Fähigkeiten.

So kann man sich durch unterschiedliche kognitive Fähigkeiten im Hinblick auf Kreativität und Problemlösungsstrategien gegenseitig ergänzen oder bei starker Ähnlichkeit die Gedankengänge des anderen verstehen und darauf weiter aufbauen.


Soziale Fähigkeiten sind jedoch immer essenziell. Diese erleichtern nicht nur die Kommunikation und vermindern das Konfliktpotenzial im Team, sondern ermöglichen auch das gegenseitige Verständnis.


Auch wenn es in einem Team das „Genie” gibt, auf dem alle kreativen Ideen und Problemstrategien basieren, kann dieses sehr erfolgreich sein, solange die sozialen Fähigkeiten homogen sind. 

Denn sozial heterogene Gruppen haben, laut der Studienergebnisse, starke Probleme innerhalb der Kommunikation und bei gegenseitigem Verständnis. Aber auch starke Unterschiede in der kognitiven Fähigkeit können zu Konflikten führen, z.B. wenn die Mitglieder zu unterschiedliche Ansätze und Einstellungen haben. 


Wer also schon damals in der Schule das Zufallsprinzip der Gruppeneinteilung nicht befürwortet hat, lag genau richtig mit seiner Abneigung. Denn ohne auf die einzelnen Fähigkeiten der Mitglieder zu achten, kann dies im Rahmen einer konstruktiven Zusammenarbeit eher hinderlich sein. Mit dem besten Freund oder der besten Freundin zusammen zu arbeiten und zu gründen ist also definitiv nicht die schlechteste Idee!

Wenn Du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel „Entrepreneurial imaginativeness and new venture ideation in newly forming teams” aus dem „Journal of Business Venturing”  über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H