• Sabrina Basner

Start-up NRNY im Gründerinterview

Das EZW hat Zuwachs bekommen und zwar von zwei Gründerinnen, die beiden haben eine sehr interessante Geschäftsidee und daher möchten wir euch das Team einmal vorstellen.

Hallo ihr zwei, ihr seid neu im EZW, stellt euch doch am besten einmal vor:


Hallo! Wir sind Janina und Melina und gemeinsam sind wir NRNY.

Wir haben uns während unseres Textiltechnologie- und Managementstudiums in Reutlingen kennengelernt und unabhängig voneinander intensiv mit den Schattenseiten der Modeindustrie beschäftigt. Mit prekären Arbeitsbedingungen und dem großen negativen Einfluss auf unsere Umwelt. Immer wieder kam bei uns die Frage auf: warum braucht es eigentlich so viel Kleidung, warum wird so viel weggeschmissen und warum wird Kleidung nicht als das wertgeschätzt, was es ist?


Zusätzlich zu dieser Auseinandersetzung, stellten wir auch selbst immer wieder fest nicht das Richtige zum Anziehen zu finden. Kleidung ist persönlicher Ausdruck – mal ein Zeichen von Rebellion, mal von Zugehörigkeit. In vielen Fällen ist es etwas sehr Persönliches und Intimes, da wir sie täglich auf der Haut tragen und sogar manchmal einen Teil unserer Persönlichkeit damit wiederspiegeln. Wir fanden es daher super sich hin und wieder Kleidung von Freundinnen zu leihen und somit einen „erweiterten Kleiderschrank“ zu besitzen.


Diese zwei Probleme addierten sich zu der Lösung: NRNY, eine Kleider(ver)leihplattform auf der man Kleidung zeitweise zwischen Nutzer:innen (ver)leihen kann.

Ihr seid neu nach Witten gezogen, wie gefällt es euch hier?


Wir wurden schon häufiger gefragt, warum wir zum Gründen eines Start-ups ausgerechnet nach Witten gezogen sind. Für Außenstehende ist das natürlich nicht eine Gründungshochburg wie Berlin oder Köln, aber für uns war es ein glücklicher Zufall. Wovon wir sofort begeistert waren, ist der Co-Working Space zum Arbeiten und der Austausch mit den anderen Gründer:innen im EZW.


Schon in den ersten Wochen wurden wir in unserer Entscheidung bestätigt. Witten hat sehr viel Energie und Potential. Durch die Nähe zur Uni, gibt es viele junge Menschen, mit denen man sich über Ideen und Gründung austauschen kann. Wir finden es spannend was für eine Vielfalt an Projekten und Initiativen hier aus dem Boden wächst und wie leicht es fällt mit neuen Leuten in Kontakt zu treten.

Tauscht ihr untereinander auch die Kleidung oder habt ihr euer Modell vorab im Freundeskreis getestet?


Wir teilen untereinander regelmäßig unsere Kleidung. Wie auch mit anderen Freundinnen, haben Melina und ich das Problem, dass wir unterschiedliche Größen tragen, wodurch unsere Tauschmöglichkeiten etwas beschränkt sind. Auf unserer Plattform wird diese Schwierigkeit mit Hilfe eines Matching-Algorithmus gelöst.


Wir haben beide bereits Kleidertauschevents mitorganisiert und konnten dabei erleben, wie hoch die Nachfrage für alternative Nutzungsmodelle für Kleidung ist.

Was bedeutet Female Entrepreneurship für euch?


Melina: Female Entrepreneurship bedeutet für uns einen Teil dazu beizutragen, dass das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Gründer:innen sich ausgleicht. Es gibt wunderbare weibliche Gründungsvorbilder, die noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Gleichzeitig gibt es viele junge Frauen, die sich wünschen ein Unternehmen zu gründen und durch solche Vorbilder in ihrem Wunsch bestärkt werden. In Zukunft soll es nicht mehr als besonders wahrgenommen werden als Frau gegründet zu haben, sondern das Gründen egal welchen Geschlechts gleich wertgeschätzt wird.


Janina: Egal ob fe: or male – zum Unternehmertum gehört es ein Problem zu lösen, permanent  innovativ zu sein, zu gestalten und einfach mal – mit einer Portion Mut – zu machen.


Ein Startup ist niemals ein fertiges Projekt, sondern vielmehr ein ausschweifender Wanderweg. Diesen begeht und genießt man am besten mit Freund:innen an der Seite. Den Terminus “Weibliches Unternehmertum” sollte es nicht geben. Er bedeutet für mich, dass es eine Dysbalance zwischen Gründern und Gründerinnen gibt und somit mehr Raum für weibliche Gründerinnen geschaffen werden muss.

Ich wünsche mir, dass wir diesen Mehrraum nutzen, um gemischte Teams entstehen und Unterschiede verschwinden zu lassen.

In welcher Phase befindet sich NRNY derzeit?


Wir sind gerade dabei unsere Plattform zu entwickeln und Kooperationen zu bilden. Eigentlich hätten wir in der Woche, in der die Corona-Krise für uns richtig sichtbar wurde, mit unserer Crowdfunding Kampagne gestartet. Es steht immer noch alles in den Startlöchern doch im Moment wird finanzielle Unterstützung dringender an anderer Stelle benötigt.


Einzelhändler:innen, Theater, Kinos etc. rufen zur Unterstützung auf, die sie in diesen schwierigen Zeiten dringend benötigen. Im Rahmen von #WirVsVirus entwickeln wir deshalb zusammen mit neuen und alten Freunden erstmal die Gutscheinplattform ladenliebe.app. Wir versuchen derzeit mit unserer Energie auch dort zu unterstützen, wo es jetzt gebraucht wird. Denn auch unser Projekt lebt von einer lebendigen Gesellschaft.


Wir hoffen, dass diese kooperative Energie fortbesteht und vielleicht können wir in der momentanen Lage einige Nutzerinnen dazu gewinnen ihren Kleiderschrank zu digitalisieren, da man sowieso viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen muss.

Was steht bei euch als nächstes an?


Die Crowdfunding-Kampagne und der Pitch für das NRW-Gründerstipendium. Mit dem Stipendium hätten wir weiterhin die Möglichkeit unsere volle Energie und Zeit in das Projekt gehen zu lassen.

Danke für das Gespräch mit euch wir freuen uns auf eine spannende Zeit.

Weitere Infos findet ihr unter:

Website: www.nrny-wardrobe.de

Kontakt

Bahnhofstraße 63

58452 Witten

Email: info@ezw.de

Telefon: + 49 2302 9830699

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