• Merve Coskun

Sind Kunst- und Kreativunternehmen erfolgreicher als andere Start-ups?

Wenn wir uns Kunst- und Kulturschaffende vorstellen, kommen uns Bilder von kreativen Köpfen und Freigeistern vor Augen. Jedoch werden AkteurInnen der Kreativbranche selten mit wirtschaftlichen und innovativen Aktivitäten in Verbindung gebracht. So stoßen Kreative, die Aufträge oder Projekte vorfinanzieren müssen, bei Kreditgebern nicht unbedingt auf offene Arme. Wirft man einen Blick in die aktuellen Studien über die Rolle von KünstlerInnen und Individuen im kreativen Sektor als UnternehmerInnen, so fallen diese mager aus. Möchtest Du als KünstlerIn oder Kulturschaffende wissen, was Du mit Deiner Kreativität zum Erfolg eines Unternehmens beitragen kannst und wieso Du Dich von anderen UnternehmerInnen abhebst? Dann lohnt es sich, den Artikel weiterzulesen, denn: der Kunst- und Kultursektor bieten einen fruchtbaren Boden für Unternehmertum.


Die Forscher Alper, Paulsen und Wassall (2020) vergleichen unternehmerische Tätigkeiten von Absolventen und Absolventinnen im Bereich Kunst mit denen aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in der US-amerikanischen Wirtschaft. Hierbei spielt der Aspekt der Kreativität in der Bildung eine bedeutende Rolle für unternehmerische und innovative, wirtschaftliche Aktivitäten. Das Ergebnis ist überraschend: Kunstabsolvierende neigen mehr zu unternehmerischen Tätigkeiten oder innovativen Industrien als andere Hochschulabsolvierende. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Bedeutung von Kreativität für aufstrebende Entrepreneure und Start-ups nicht zu unterschätzen ist.

Das Experiment von Hale und Woronkowicz (2020) wiederum wirft einen Blick auf die Rolle von KünstlerInnen in Unternehmen während einer gemeinsamen Problemlösung in einer Gruppe. So entdecken sie, dass die Einbeziehung von kunstschaffenden Personen, die Kreativität und Originalität von Gruppenlösungen fördert, ohne dass es zu erhöhten Konflikten innerhalb der Gruppe kommt.

Ein weiteres Laborexperiment zeigt psychologische und verhaltensorientierte Überschneidungen und Unterschiede zwischen UnternehmerInnen und professionellen KünstlerInnen auf (Arenius et al. , 2020). Dabei konnten die Forschenden feststellen, dass UnternehmerInnen extrovertierter auftreten und über geringere Emotionalität als KünstlerInnen verfügen. Beide Gruppen bewiesen jedoch eine höhere Risikotoleranz, intrinsische Motivation und Offenheit im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen. Untersucht wurde hierzu eine große Gruppe, bestehend aus 216 KünstlerInnen, UnternehmerInnen und einer Kontrollgruppe mit anderen Berufsgruppen.

Insgesamt kommen die ForscherInnen zu dem Schluss, dass Kreativschaffende wichtige Treiber von Innovationen sind und in der Rolle des Unternehmers und als Intrapreneure bedeutend zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen. Mit ihrer Kreativität treiben sie den unternehmerischen Geist voran und erzwingen, das Bild ‘’des Entrepreneurs’’ neu zu denken.

Bist Du auch ein kreativer Kopf und möchtest zudem einen gesellschaftlichen Mehrwert leisten? Melde Dich bei uns für eine umfassende Beratung und wir begleiten Dich bei der Umsetzung Deiner Geschäftsidee.! Dabei helfen wir Dir, Deine Stärken und Eigenschaften herauszuarbeiten, die Dich als Kreativer im Markt erfolgreich positionieren können.

Alle Details und Ergebnisse der zusammengefassten Studien von Douglas S. Noonan kannst Du im Artikel “arts and cultural entrepreneurship” in dem Journal “Small Business Economics” über die EZB der Uni kostenlos* nachlesen.



*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H