• Wanja Firnkes

Der Einfluss von Universitäten auf Gründungen

Wie wirken sich Universitäten auf die Gründung von Unternehmen aus?


Eine Studie von Del Monte und Pennacchio (2019) hat untersucht, wie stark sich die Anwesenheit einer Universität auf Gründungen in der Region ausgewirkt hat. Dazu wurden alte Universitäten in Italien betrachtet, unter Ihnen auch die älteste Universität Europas, die Universität Bologna. Bei der Studie wurde geschaut, wie viele Gründungen, wann und wo stattgefunden haben. Dabei kam heraus, dass in den Regionen, wo es Universitäten, Wissenschaftler und Erfinder gab, mehr gegründet wurde, als in den Regionen, wo es keine Universitäten, Wissenschaftler oder Erfinder gab. Die Universitäten, Wissenschaftler und Erfinder spiegeln laut Del Monte und Pennacchio zwei Dinge wider, die Gründungen zugutekommen:

  1. Wissen

Neues Wissen kann die Gründung von Unternehmen fundamental beschleunigen. Wissen entsteht vor allem durch akademische Institutionen, wie Universitäten, aber auch durch Forschung und Entwicklung von Unternehmen. Oftmals wird das erlangte Wissen wegen fehlender finanzieller Ressourcen oder einer hohen Risikoaversion aber nicht kommerzialisiert. Dieses neue, aber unkommerzialisierte Wissen kann dann von UnternehmerInnen genutzt werden, um ein Unternehmen auf der Grundlage dieses Wissens zu gründen. Als Beispiel: Wenn eine Biologie-Professorin entdeckt, dass die Blätter einer Pflanze viele Gerbstoffe enthalten und daher als Tee zubereitet gesund sind, heißt das nicht, dass diese Professorin sofort eine Teefabrik eröffnet und Tee vertreibt. Durch ihre Forschung entsteht Wissen, dass UnternehmerInnen nutzen können um diese Pflanze beispielsweise zu Tee zu verarbeiten und zu verkaufen.

  1. Kreativität

Die Kreativität, die in der Studie von Del Monte und Pennacchio mithilfe von Erfindern und Wissenschaftlern gemessen wurde, kann für UnternehmerInnen von enormem Vorteil sein, weil sie die Denkweise und das Verhalten von UnternehmerInnen verändern kann. Diese Veränderung kann zum Beispiel sein, dass eine Person viel mehr Ideen als vorher und somit eine größere Chance hat, eine bahnbrechende Idee zu haben. Del Monte und Pennacchio vertreten die These, dass, auch wenn Kreativität genetisch vererbt wird, sie grundsätzlich erlernt werden kann. Kreativität kann man am besten erlernen, wenn man in einem kreativen Umfeld lebt oder aufwächst. Zu sehen ist dies an folgendem Beispiel: Die meisten italienischen WissenschaftlerInnen vor dem 16. Jahrhundert wurden in Florenz oder in der Nähe von Florenz geboren. Florenz galt zwischen dem 8. und 16. Jahrhundert als eine der kreativsten Städte der westlichen Welt. Laut Del Monte und Pennacchio ist das nicht auf die genetische Veranlagung der Florentiner zurückzuführen, sondern es ist eine Folge des kreativen Umfelds.



Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “Historical roots of regional entrepreneurship: the role of knowledge and creativity” aus der Small Business Economics über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H


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