• Wanja Firnkes

Produktentwicklung beim Hackathon

Aktualisiert: Mai 14


Kann man an einem Wochenende ein funktionierendes Produkt entwickeln?


Je nachdem wo du und dein Start-up gerade stehen, hast du vielleicht schon ein Produkt entwickelt und weist wie lange es dauern kann, bis man den ersten Prototyp in den Händen hält. Viele gehen davon aus, dass der Produktentwicklung-Prozess ein langer Weg ist und Monate bis Jahre dauert. Doch welche Faktoren sind für die Dauer entscheidend? Können innovative Produkte auch an einem Wochenende erarbeitet werden?


Eine Studie von Assaf, Lebovitz, Zalmanson (2020) hat sich genau mit diesen Fragen beschäftigt. In der Studie wurde ein Hackathon unter die Lupe genommen, um genau zu sein, 13 Projekte die während eines großen Hackathons ein Produkt erstellen wollten. Das Ziel der Studie war herauszufinden, wie diese 13 Projekte es schaffen innerhalb von 72 Stunden ein Produkt zu entwickeln.


Definition Hackathon:

Ein Hackathon ist eine kollaborative Soft- und Hardwareentwicklungs­veranstaltung. Ziel eines Hackathons ist es, innerhalb der Dauer dieser Veranstaltung gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen oder allgemeiner, Lösungen für gegebene Probleme zu finden.


Interessanterweise haben von den betrachteten Projekten diejenigen, die sehr gut organisiert waren, kein Produkt innerhalb der 72 Stunden fertiggestellt bekommen. Stattdessen haben die Projekte, die eher chaotisch organisiert waren und keine klare Struktur hatten, es geschafft ein fertigen Prototypen am Ende des Hackathons vorzustellen. Obwohl sie während der Prozess-Phase als eher ineffizient und nicht ganz ernst bei der Sache eingestuft wurden, haben sie funktionale Produkte zustande gebracht, woran lag das?


Assaf, Lebovitz, Zalmanson (2020) haben festgestellt, dass die Teams der eher chaotischen Projekte eine andere Art und Weise hatten an die Aufgabe heranzugehen, als die gut strukturierten. Die nicht so gut strukturierten Projekte haben sich zum Beginn nicht viel abgesprochen, sie haben die Kommunikation auf ein Minimum beschränkt, weshalb sie den Eindruck gemacht haben, nicht so gut organisiert zu sein. Tatsächlich aber ist dies ein Schlüssel-Faktor für die erfolgreiche Produktion eines Prototyps gewesen: Alle betrachteten Projekte, die zum Anfang minimal kommuniziert haben, konnten nach den 72 Stunden ein fertigen Prototypen vorweisen. Dabei wurden die besten Prototypen von den Teams erschaffen, die die Kommunikation über die Zeit gesteigert haben, also zu Anfang wenig kommuniziert haben und mit der Zeit immer mehr. Die gescheiterten Projekte sind zu starr an die Produktentwicklung herangegangen, d.h. sie sind an die Sache genau wie bei einer langfristigen, monatelangen Produktentwicklung herangegangen. Die erfolgreichen Projekte hingegen haben es geschafft, sich der Zeitbeschränkung so anzupassen, dass am Ende ein fertiges, wenn auch noch nicht optimales Produkt in ihren Händen zu halten.


Mehr über die Studie „Minimal and Adaptive Coordination: How Hackathons’ Projects Accelerate Innovation without Killing it“ erfährst du im „Academy of Management Journal“.


Kontakt

Bahnhofstraße 63

58452 Witten

Email: info@ezw.de

Telefon: + 49 2302 9830699

Ein Zentrum der

logo_UWH_HELL.png
sendLOGO.png

Mitglied im 

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
linkedin-logo.png
xing-social-logotype.png

© 2020 Entrepreneurship Zentrum Witten gGmbH |  Impressum  |   Datenschutzerklärung