• Wanja Firnkes

Mit Schulden Investoren finden?


Welche Rolle spielen Schulden für externe Investoren? 

Ein Start-up hat als junges Unternehmen so einige Aufgaben vor sich. Eine davon ist es, dafür zu sorgen, dass genügend Geld vorhanden ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Waren produziert, Gehälter bezahlt oder die Dienstleistungen stattfinden können. Doch Start-ups haben in der Regel noch keine sicheren Einnahmequellen oder großen Gewinne zu verzeichnen, die ihnen finanzielle Sicherheit bieten könnten. Deshalb greifen viele Start-ups darauf zurück, einen Kredit aufzunehmen. Man könnte meinen, dass eine Verschuldung weitere Investoren eher abschreckt. Doch ist dem so?



Wie wirken sich Verschuldungen von Start-ups auf externe Investoren aus?

Eine Investition in Start-ups ist für Investoren immer mit besonderem Risiko verbunden. Sie haben noch keinen Überblick, ob sie ihr Geld wirklich in gute Hände legen und müssen der Unternehmensführung vertrauen, dass ihre Investitionen nur im Sinne des Unternehmens und nicht etwa für persönliche Interessen eingesetzt werden. Dafür fehlen den Investoren aber oft wichtige Informationen über die Gründer*innen. Diese fehlenden Informationen kann von einer Verschuldung kompensiert werden. Epure und Guasch (2019) haben herausgefunden, dass sich eine Verschuldung sogar positiv auf externe Kapitalinvestitionen auswirken kann. Als Grund dafür sehen Epure und Guasch zwei Punkte: 


Erstens kann die Verschuldung signalisieren, dass sich eine Bank oder ein Investor schon mit dem Start-up beschäftigt hat und es als kreditwürdig eingestuft hat. Denn Kreditinstitute prüfen in der Regel, ob ein Start-up wirtschaftlich in der Lage ist, Profit zu erzielen und den Kredit abzubezahlen, erst dann wird ein Kredit vergeben. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, von welcher Einrichtung der Kredit kommt. Die während der Corona-Krise vergebenen Hilfs-Kredite stellen beispielsweise keine Sicherheit dar, weil keine wirtschaftliche Prüfung stattgefunden hat.


Schulden können ein positives Signal für Investoren sein!


Zweitens kann eine Verschuldung bedeuten, dass man eine geordnete Unternehmensstruktur hat und die Gelder sinnvoll verwaltet werden. Wenn man mit Schulden planmäßig umgeht und gut wirtschaftet, signalisiert das Stabilität und Sicherheit. Man stellt also unter Beweis, dass man mit dem geliehenen Geld gut umgeht und in der Lage ist, es zurückzuzahlen.


Wenn dein Start-up bald einen Kredit aufnimmt, solltest du also darauf achten, dass der Kreditgeber vertrauenswürdig ist und dein Start-up den Finanzierungsplan einhalten kann. Damit kannst du die Chancen auf weitere Kredite von Investoren erhöhen.

Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel „Debt signaling and outside investors in early stage firms“ aus dem Journal Business Venturing Volume 35 (2020) über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H

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