• Merve Coskun

In einem Start-up arbeiten: Warum es sich lohnt

Die Rekrutierung von Mitarbeiter*innen für ein junges Unternehmen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, welche bisher wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit bekommen hat. Auch aus der Sicht des Arbeitnehmenden ist die Beschäftigung in einem Start-up mit großen Unsicherheiten verbunden. Wie gehen junge Unternehmen im Rekrutierungsprozess eigentlich vor und unter welchen Bedingungen arbeiten die Angestellten von Start-ups? Auf der anderen Seite: Was für einen Arbeitsplatz wünschen sich Beschäftigte wirklich bei einer Anstellung? Ein besseres Verständnis über den Prozess der Rekrutierung von Mitarbeiter*innen sowie die Motive des letzteren unternehmerisch zu arbeiten, kann dazu beitragen, die Probleme bei der Rekrutierung zu lösen, mit denen viele Unternehmen zu kämpfen haben.

Viele Unternehmer*innen, insbesondere in der Gründungsphase, haben Schwierigkeiten die richtigen Mitarbeiter*innen einzustellen. Denn Rekrutierungsprobleme können besonders in der Anfangsphase schädlich für das Unternehmen sein.

Ein wichtiger Aspekt des „Matching-Prozesses“ zwischen Arbeitgebenden und potenziellen Arbeitnehmenden ist die Tatsache, dass sich die Einstellungsverfahren frisch gegründeter Unternehmen von denen großer und etablierter Unternehmen unterscheiden. Erstens sind viele Jungunternehmen in ihren frühen Entwicklungsphasen mit finanziellen Einschränkungen konfrontiert, was sich sowohl auf die Mitarbeiter*innen-Löhne, als auch auf das Budget, das sie für Einstellungsverfahren ausgeben können, auswirkt. Darüber hinaus können viele kleine Unternehmen keine zusätzlichen Leistungen wie Sozialleistungen oder Schulungen anbieten, was sie für Bewerber*innen weniger attraktiv macht. Außerdem fehlt es ihnen oft an Fachwissen im Personalbereich, die für formelle Einstellungsverfahren erforderlich sind. Aber auch mangelnde Führungserfahrungen können zu wenig oder falscher Delegation von Arbeitsaufgaben führen, was sich auf die Zufriedenheit des Team negativ auswirkt.Erwartungsgemäß sind Unternehmen an Mitarbeiter*innen interessiert, die einen unternehmerischen Geist und eine hohe Tatkraft besitzen, da solche Personen gut zu den Anforderungen eines Start-ups passen.

Doch welche Arbeitsplatzmerkmale halten Arbeitnehmer*innen laut empirischer Forschung für wichtig, wenn sie unter potenziellen Arbeitgebenden auswählen?

Nach Nyström sind aus der Sicht der Arbeitnehmenden insbesondere bei Hochschulabsolventen ein kreatives, dynamisches und freundliches Arbeitsumfeld wichtige Faktoren bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Darüber hinaus sind herausfordernde Arbeitsaufgaben und Vorgesetzte, die die Entwicklung der Mitarbeiter*innen unterstützen wünschenswert. Diese Eigenschaften werden oft als wichtiger erachtet als ein hohes Anfangsgehalt. Jedoch sind die Überlebenschancen eines neu gegründeten Unternehmens anfangs noch unsicher… Doch das Risiko einzugehen lohnt sich längerfristig! Denn wenn neu gegründete Unternehmen sich behaupten, kann es neben der Möglichkeit dauerhaft etwas Neues zu lernen, die Chance auf ein zukünftig hohes Einkommen und attraktive Leistungen bieten. Also trau Dich ruhig in einem jungen und dynamischen Unternehmen zu arbeiten, mit dem Du zusammen wachsen kannst!


Über die EZB der Uni kannst Du alle Details und Ergebnisse der Studie von Kristina Nyström im Artikel “Working for an entrepreneur: Heaven or hell?“ im Journal of “Small Business Economics” kostenlos* nachlesen.


*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H