• Merve Coskun

Hängt der Erfolg Deines Start-ups von Deinem sozialen Umfeld ab?

Die Menschen, mit denen wir uns umgeben und Kontakte, die wir pflegen sind insbesondere im Unternehmertum entscheidend. Dein soziales Umfeld inspiriert Dich nicht nur EntrepreneurIn zu werden, es dient auch oft als Anlaufstelle für die erste Finanzierung. Als erste Kundschaft Deines Start-ups sind sie ein unersetzlicher Bestandteil einer erfolgreichen Gründung. Somit stellt sich die Frage, inwieweit Dein soziales Umfeld, wie Familie und Freundschaften den Wunsch unternehmerisch tätig zu werden, entfachen und den Erfolg Deines Start-ups begünstigen?


Der Wissenschaftler Ole Sorenson (2018) vereint unterschiedliche Forschungsergebnisse, die einen positiven Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und Entrepreneurship sowie deren späteren Erfolg erkennen lassen. So wird festgestellt, dass soziale Beziehungen beeinflussen, ob wir überhaupt zu UnternehmerInnen werden. Wenn die nähere Umgebung, insbesondere diejenigen, denen man ähnelt und mit denen man sich identifizieren kann, unternehmerisch tätig sind, ermutigt uns dies, dieselbe Richtung einzuschlagen. Sprich, je mehr UnternehmerInnen wir in unserem sozialen Umfeld haben, desto „normaler“ und wünschenswerter wird eine Selbstständigkeit angesehen. So kann man sagen, dass soziale Verbindungen entscheidend dafür sind, ob wir den Wunsch verspüren, selbst UnternehmerInnen zu werden.


Für KapitalgeberInnen ist die Investition in ein Unternehmen in der Frühphase mit vielen Unsicherheiten verbunden und birgt ein hohes Risiko. Insbesondere für angehende UnternehmerInnen und Start-ups stellen soziale Kontakte demnach eine wichtige Finanzquelle dar. Trotz zahlreicher anderer Finanzierungsmittel sind oft Freundschaften und Familie die wichtigste Anlaufstelle für die erste Finanzierung des jungen Unternehmens.


Eine weitere Herausforderung ist es, qualifizierte MitarbeiterInnen davon zu überzeugen, sich einem Start-up anzuschließen. Oft muss daher aus dem Gründerteam eine enge Verbindung zu langjährigen Freundschaften oder einer vertrauenswürdigen Person aus einem ehemaligen Unternehmen bestehen.. Aufgrund ihrer bestehenden Beziehungen schätzen Vertraute die Aussichten dieser UnternehmerInnen und ihrer Start-ups günstiger ein.

Die Rolle der MitarbeiterInnen, die in der Frühphase eines Start-ups einsteigen, ist entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Denn diese Personen tragen dazu bei, die Routinen und die Rollen innerhalb dieser Unternehmen sowie die Unternehmenskultur zu etablieren. GründerInnen mit großen sozialen Netzwerken, insbesondere in den Branchen, in denen sie tätig sind, werden daher tendenziell qualifiziertere MitarbeiterInnen rekrutieren. Dies wiederum erhöht die Erfolgschance des Unternehmens und lässt sie florieren.


Die Bedeutung sozialer Bindungen für Dein Unternehmen erstreckt sich wahrscheinlich auch auf ihre Möglichkeit, Zugang zu anderen „Ressourcen" zu erhalten. So kann beispielsweise – abhängig von der Stärke der sozialen Beziehung – die Suche nach GeschäftspartnerInnen erleichtert werden. Zudem kommt die erste Kundschaft, die bereit ist, den Unternehmen eine Chance zu geben, oft aus dem engsten Umfeld der UnternehmerInnen. Die Reichweite an sozialen Kontakten kann daher weitgehend bestimmen, ob Dein Start-up schnell an Bekanntheit gewinnt. Also gilt es weiterhin, soziale Bindungen und Kontakte zu pflegen! Denn man weiß nie, welche Person Dein Start-up auf das nächste Level bringen kann!


Du bist interessiert an einer Gründung oder Du bist schon einen Schritt weiter und möchtest auf dem Weg begleitet werden? Dann lass Dich gerne von uns beraten!

Alle Details und Ergebnisse der zusammengefassten Studien von Olav Sorenson kannst Du im Artikel “social networks and geography of entrepreneurship ” in dem Journal “Small Business Economics” über die EZB der Uni kostenlos* nachlesen.

*für Studierende und Mitarbeitende der UW/H