• Sabrina Basner

Gründerinterview mit Lena von Schnittstelle Kunst

Hallo Lena du hast das Projekt Schnittstelle Kunst gegründet. Erzählt doch mal, was ist Schnittstelle Kunst genau und was macht ihr?

Schnittstelle Kunst stellt aus Papierabfällen, die in Unternehmen, Kultureinrichtungen, Parteien aber auch Privathaushalten anfallen, neue ästhetisch ansprechende und nachhaltige Schreibwaren her, die nicht nur die Ressourcen unserer Umwelt schonen, sondern auch Lust darauf machen sollen, selbst kreativ zu werden und dem Thema Nachhaltigkeit mehr Raum im eigenen Alltag einzuräumen. Derzeit fertigen wir vor allem Skizzen- und Notizbücher, Zettelkästen, Klemmbretter, Untersetzer und alles, wozu uns die gespendeten Materialien noch so anregen.


Wer gehört alles zu deinem Team?

Unterstützt werde ich aktuell von Hanna und Charlotte. Hanna kümmert sich in erster Linie um die Homepage und die Texte. Sie ist Philosophin und Kunstwissenschaftlerin. Charlotte ist Fotodesignerin und betreut den Onlineshop und unsere Social Media-Kanäle.


Wie kam der Entschluss zustande, den Schritt in Richtung Gründertum zu wagen?

Schnittstelle Kunst ist aus der Idee geboren, aus Papierabfällen nachhaltige Schreibwaren zu produzieren. Wir wollten unsere Kompetenzen in Produktdesign und Ethik bündeln, um effektiv einen Beitrag zum Erhalt unseres Planeten zu leisten. Ein weiteres Motiv der Gründung war es, gemeinsam mit engagierten Menschen ein Unternehmen aufzubauen, das nicht nur nachhaltig, sondern auch fair und auf flachen Hierarchien aufbauend, eine andere Form von Gemeinschaft und Kooperation zu realisieren versucht, die man in herkömmlichen Unternehmen häufig vergeblich sucht.


In welcher Phase befindet sich Schnittstelle Kunst derzeit und was war die bisher schwierigste Hürde, die du überwinden musstest?

Die Schnittstelle Kunst befindet sich noch am Anfang. Gemeinsam mit Hanna und Charlotte habe ich jedoch die größte Hürde, die Definition unserer Ziele und Adressat*innen, bereits genommen. Wir wissen, wo wir mit der Schnittstelle hinmöchten und in welchem Rahmen wir ihr Wachstum solide tragen können. Auch eine Form für die Präsentation unserer Produkte zu finden, war ein langwieriger Prozess, den wir inzwischen jedoch gemeistert haben. Glücklicherweise habe ich in Düsseldorf schon sehr früh die Unterstützung kompetenter und hilfsbereiter Menschen erfahren, die die Schnittstelle unterstützen. Dieses stetig wachsende Netzwerk ist uns bei der Gründung eine unschätzbare Hilfe gewesen.


Worauf bist du besonders stolz, welche Idee wurde bereits erfolgreich umgesetzt?

Der große Zuspruch, den wir erhalten haben und die durchweg positive Resonanz auf unser Vorhaben - aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen - zeigt mir, dass wir mit Schnittstelle auf dem richtigen Weg sind und eine Idee hatten, die es sich lohnt, mit vollem Engagement voran zu treiben.


Du wirst ab jetzt 12 Monate über das Gründerstipendium.NRW gefördert, inwieweit hilft dir diese Förderung, deine Geschäftsidee zu intensivieren?

Das Gründerstipendium NRW hilft mir, mich in den nächsten 12 Monaten voll und ganz auf den Auf- und Ausbau der Schnittstelle zu konzentrieren und weitere Produktideen zu entwickeln und zu realisieren. Produktdesign ist ein kreativer Vorgang, der viel Zeit, Ruhe und Muße fordert. Aber auch für den Ausbau der bestehenden Netzwerke und für das Bekanntmachen der Schnittstelle benötige ich Zeit und Raum. Und genau diesen Freiraum erhalte ich durch das Gründerstipendium, das mir die finanzielle Freiheit schenkt, der Schnittstelle meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und mir gleichzeitig ermöglicht, mit anderen Gründer*innen und sachkundigen Unternehmer*innen in Austausch zu kommen.


Was steht bei dir als nächstes an und wo siehst du Schnittstelle Kunst in einem Jahr?

Unsere nächsten Schritte bestehen darin, den Onlineshop bekannter zu machen, neue Vertriebswege zu finden und unser Netzwerk auszubauen, um die Ideen, für die Schnittstelle Kunst steht - nämlich die Verschränkung von Ästhetik und Ethik - weiter voran zu treiben.

Darüber hinaus suchen wir derzeit Räumlichkeiten für unser Werkstattprojekt, in dem wir mit Frauen in prekären Lebenssituationen gemeinsam Produkte entwickeln und herstellen möchten. Mit diesem kunsttherapeutischen Werkstattprojekt wollen wir über unser Anliegen des nachhaltigen Produktdesigns hinaus auch unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen. Wir wollen so Empowerment, Emanzipation und Teilhabe der Teilnehmerinnen unterstützen.