• Alina Schlieper

Gender-Gap auch im Start-up Business? 


Die Debatte um Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist populärer als je zuvor. Auch im Start-up Business! Denn auch dieses ist noch immer eine sehr männerdominierte Branche. Wieso ist das so und warum gründen Frauen seltener als Männer? Mit dieser Frage haben sich Oggero, Rossi & Ughetto (2020) beschäftigt und die Hypothese formuliert, dass mangelndes finanzielles und technisches Wissen von Frauen diese daran hindern, den Schritt in ihr eigenes Start-up zu wagen.


Die Studienergebnisse legen nahe, dass Frauen tatsächlich weniger Wissen im technischen und finanziellen Bereich besitzen, auch wenn die Wissenslücke mit sinkendem Alter kleiner wird, so die ForscherInnen. Doch den geringen weiblichen Anteil in der Start-up Szene alleine diesem Problem zuzuschreiben, wäre zu einfach: Der Grund hierfür sitzt tiefer.


Frauen und Männern werden unterbewusst einem Stereotypen zugeordnet. Diese Stereotypen variieren von Kultur zu Kultur und können sich dabei stark unterscheiden. Dabei müssen nicht nur zwingend die Frauen als ungleich behandelt betrachtet werden, auch Männer werden im Mantel der sozialen Normen in bestimmte Schubladen gesteckt.

Beispielsweise sind in der westlichen Welt Männer die “Starken” und “technische Begabten”, Frauen hingegen gelten als besser darin, zwischenmenschlich zu agieren. Diese weitverbreitete Einstellung verzerrt nicht nur das Fremdbild, sondern auch das Selbstbild. Viele Frauen stufen sich in bestimmten Bereichen als weniger kompetent ein, obwohl sie den gleichen Bildungsabschluss haben und eventuell sogar über das gleiche Wissen im finanziellen und technischen Bereich besitzen. Denn selbst wenn Frauen in diesen Sektoren über die gleichen Kompetenzen verfügen wie Männer, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Neugründung, laut der Studienergebnisse, trotzdem geringer. So stehen das finanzielle und technische Wissen nur bei Männern im Zusammenhang mit Neugründungen. Bei Frauen muss es daher andere Erklärungen geben, weshalb sie seltener den Schritt in die Gründung eines Unternehmens wagen. Ausschlaggebend sind somit wohl die sozialen Normen und gewissen Stereotypen, die wir mit dem jeweiligen Geschlecht verbinden. Aber auch die Kultur und soziodemografische Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle, wie die Erziehung, durch die bereits Grundsteine der eben genannten Stereotypen gelegt werden.


Doch selbst unter der Annahme, dass Frauen weniger technisch versiert sind als Männer, besitzen sie Eigenschaften, mit denen sie den Männern überlegen sind: So hat das Review von Ughetto, Rossi, Audretsch & Lehmann (2020) belegt, dass Frauen häufiger innovative Ideen in das Gründerteam einbringen, kreativer sind und wesentlich an dem Prozess der Entscheidungsfindungen beteiligt sind. Der Grund hierfür liegt an der Nutzung verschiedener Informationskanäle. Sie handeln in der Regel risikoaverser und bedachter und sind daher maßgeblich involviert an einer erfolgreichen Unternehmensführung.


Männer und Frauen ergänzen sich demnach. Wie sieht es in Eurem Start-up aus? Seid Ihr auch ein gemischtes Team?

Wenn du mehr über die Studien erfahren möchtest, kannst du die Artikel “ Entrepreneurial spirits in women and men. The role of financial literacy and digital skills” und „Female entrepreneurship in the digital era“ aus der Small Business Economics über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H


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