• Wanja Firnkes

Crowdfunding als Finanzierungsoption

Jedes Start-up will im Idealfall irgendwann zu einem großen, eigenständigem Unternehmen heranwachsen. Eine Finanzierung kann hierfür einen ersten Grundstein legen und ist in der Regel unerlässlich, denn mit mehr Liquidität steigen auch die Möglichkeiten des Start-ups. Es gibt viele unterschiedliche Arten ein Start-up zu finanzieren, eine davon ist das Crowdfunding. Beim Crowdfunding stellt das Gründerteam das geplante Produkt vor, dieses kann aber noch nicht in die Tat umgesetzt werden, weil die finanziellen Mittel fehlen. Eine Menge von Menschen (die crowd) stellt dem Gründerteam kleine Geldbeiträge zur Verfügung um das Produkt zu verwirklichen. Als Gegenleistung erhalten die Geldgeber und Geldgeberinnen in der Regel das Produkt selbst, sobald es produziert ist. Die Geldgeber müssen also eine Finanzierungsentscheidung treffen, bevor sie überhaupt Erfahrung mit dem Produkt sammeln konnten. Doch wie können die potenziellen Geldgeber wissen, ob das Produkt wirklich ihren Anforderungen gerecht wird und von guter Qualität ist?

Die potenziellen Geldgeber haben nur die Informationen, die auf der Crowdfunding Plattform angezeigt werden, also textliche und visuelle Informationen. Es kommt also darauf an, wie man sein Produkt grafisch darstellt und welche Wörter man benutzt, um sein Produkt zu beschreiben. So weit, so logisch. Um nun aber einen möglichst guten Eindruck zu machen und viele Geldgeber vom Produkt zu überzeugen, muss man sich die Frage stellen:


Worauf kommt es bei der Produktdarstellung an?


Zu dieser Frage haben Rose, Wentzel, Hopp und Kaminski (2020) eine Studie durchgeführt. Ziel war es, herauszufinden, welche Faktoren entscheidend sind, um den Ertrag einer Crowdfunding-Kampagne maximal zu steigern. Dabei kam heraus, dass potenzielle Geldgeber lieber in Produkte oder Dienstleistungen investieren, mit denen sie sich gut verbinden können, also zu denen sie eine psychische Nähe herstellen können. Wenn eine Person zum Beispiel Fußball begeistert ist, erzeugt ein Fußballschuh eine besondere Nähe, während eine Person die nichts mit Fußball anfangen kann, keine Nähe zum Fußballschuh hat. Entscheidend ist außerdem, dass sich die potenziellen Geldgeber das Produkt und den Vorteil des Produkts vorstellen können, mentale Stimulation ist hier ein sehr wirksames Mittel. Eine mentale Stimulation könnte etwa sein, dass Cristiano Ronaldo den Fußballschuh in die Kamera hält und dessen Vorteile erläutert.

Es wurde auch festgestellt, dass Produkte, die in einer sehr frühen Entwicklungsphase sind, bzw. bei dem die Auslieferung des fertigen Produkts noch sehr lange dauert, bei vielen potenziellen Geldgebern als psychisch entfernt wahrgenommen wurde und diese Produkte dementsprechend weniger finanzielle Unterstützung bekamen.


Jede Crowdfunding-Kampagne ist natürlich ein Einzelfall und richtet sich an bestimmte Zielgruppen, deswegen gibt es kein Geheimrezept, das jeder Crowdfunding-Kampagne zum Erfolg verhilft. Um eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abzuschließen, sollte man sich auf jeden Fall bewusst machen, was die Antriebe für potenzielle Geldgeber sind.



Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “Launching for success: The effects of psychological distance and mental simulation on funding decisions and crowdfunding performance” aus dem Journal Business Venturing über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H


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