• Sabrina Basner

Bringt uns Neid weiter?


Wer von Euch kennt das Gefühl des Neides nicht. Es beginnt schon in der Kindheit: Man möchte unbedingt das Spielzeug des anderen haben und beneidet diesen darum. Oder im Rahmen Eures Start-ups, vielleicht hat ein befreundetes Start-up schon etwas erreicht, das Ihr noch nicht erreichen konntet, aber möchtet?

Mit der Thematik, was Neid mit unserem Leistungsmotiv macht und wie Selbstbewusstsein dieses Zusammenspiel beeinflussen kann, hat sich Shousa (2020) in seiner Studie mit beschäftigt.

Neid bedeutet jedoch nicht gleich Neid. In der Psychologie unterscheidet man zwischen positiv und negativ assoziierten Neid. Wahrscheinlich gönnt Ihr den anderen Gründer*innen aus dem oben genannten Beispiel ihren Erfolg, nur mit der kleinen Ergänzung, dass Ihr diesen auch gerne hättet. Beim negativ assoziierten Neid würde der Aspekt des „Gönnens“ wegfallen.

Bevor die Ergebnisse diskutiert werden, sollte der Begriff „Leistungsmotiv“ noch mal genauer erläutert werden. Das Leistungsmotiv ist eines der drei Hauptmotive eines Menschen, nach der Theorie von Mc Celland. Menschen mit einem hohem Leistungsmotiv zeichnen sich dadurch aus, dass diese vermehrt nach guten Resultaten streben und sich gerne mit anderen vergleichen.

Doch wie wirkt sich Neid auf dieses Motiv aus? Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Negativ assoziierter Neid hat auch negative Auswirkungen auf die Leistungsmotivation eines Menschen. Man möchte zu verbissen das erreichen, was der andere bereits geschafft hat.

Doch diese negativen Folgen können mit einem hohen Grad an Selbstbewusstsein ausgeglichen werden. Ganz nach dem Motto: „Der andere hat es zwar schon geschafft, aber ich schaffe das auch!“. Die positive Überzeugung von sich selbst kann also die negativen Gefühle verringern.

Positiv assoziierter Neid hingegen hat keine Auswirkungen auf das Leistungsmotiv oder nur positive.

Also, schaut nicht missgünstig darauf, was andere haben, sondern schaut lieber auf das, was Ihr bereits geschafft habt und seid stolz drauf!

Wenn Du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst Du den Artikel “I Deserve What You Have: The Relationship Between Pattern of Envy and Achievement Motivation in Egypt: The Moderating Effect of Self-Esteem“ aus dem „American Journal of Applied Psychology” über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H