• Wanja Firnkes

Blogeintrag: Zwischen Erfolg und Enttäuschung

Zwischen Erfolg und Enttäuschung

Wie Unternehmer*innen das emotionale hin und her kontrollieren und damit ihrem Start-up helfen können:


Als Gründer*in erlebst du durchschnittlich mehr Stress und negative Gefühle, als die restliche Bevölkerung. Dafür erlebst du aber auch häufiger positive Gefühle, z.B. bei dem ersten erfolgreichen Verkauf oder steigender Nachfrage. Man kann also sagen, dass Gründer*innen eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchmachen. Eine Studie von De Cock, Denoo und Clarysse (2019) hat untersucht, wie sich die extremen Gefühlsschwankungen auf den Erfolg eines Unternehmens auswirken und wie man am besten damit umgehen sollte.


Wie wirken sich die negativen Gefühle auf mein Unternehmen aus?


Wenn man negative Gefühle hat, wirkt sich das in der Regel schlecht auf die Konzentration aus, was wiederum den Erfolg eines Unternehmens beeinträchtigen kann. Denn auf lange Zeit gesehen, kann fehlende Konzentration dazu führen, dass ein Unternehmen nicht mehr ordentlich gemanagt wird und pleite geht. Um also alles im Blick zu behalten, ist es also enorm wichtig, dass die Verantwortlichen ihre Gefühle gut regulieren, damit sie nicht zu häufig von negativen Gefühlen und damit fehlender Konzentration betroffen sind.


Wie soll man mit den extremen Gefühlen umgehen?


Es wurden zwei Möglichkeiten untersucht, um mit den Gefühlen umzugehen, zum einen, die Unterdrückung von Gefühlen und zum anderen die sogenannte kognitive Neubewertung von Gefühlen. Die kognitive Neubewertung ist die Möglichkeit eine Situation neu einzuschätzen und ggf. positiver zu sehen. Als Beispiel: Wenn man nachts alleine nach Hause läuft und mitbekommt, dass eine Person einem mit wenig Abstand folgt, führt das in der Regel zu einem mulmigen Gefühl. Wenn man sich dann aber vorstellt, dass diese Person vermutlich ein Bekannte*r ist oder man vielleicht nur etwas verloren hat, kann man das mulmige Gefühl loswerden, weil man die Situation neu bewertet hat. Diese zwei Möglichkeiten wurden auf unternehmerisches Denken und Handeln übertragen. Anders als gedacht, kam die Studie zu dem Ergebnis, dass sich die kognitive Neubewertung nicht positiv, aber auch nicht negativ, auf die Überlebenschancen eines Unternehmens auswirkt. Der Grund dafür ist vermutlich, dass die Neubewertung von schlechten Gefühlen dazu führt, dass Probleme übersehen werden und dementsprechend nicht rechtzeitig behandelt und eingedämmt werden können (Was dir dabei hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen, erfährst du hier). Bei der Unterdrückung von Gefühlen konnte nachgewiesen werden, dass sie die Überlebenschancen eines Unternehmens durchschnittlich senkt. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Verdrängung von Gefühlen zu Erschöpfung, weniger Zufriedenheit und Unterdrückung von positiven Gefühlen führen kann.


Es gibt also keine perfekte Lösung, wie Unternehmer*innen mit den schwankenden Gefühlen umgehen sollen (zumindest ist sie noch nicht erforscht), die Unterdrückung von Gefühlen ist es auf jeden Fall schonmal nicht.


Wenn du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel “Surviving the emotional rollercoaster called entrepreneurship: The role of emotion regulation” aus dem Journal Business Venturing Volume 35 (2020) über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.

*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H

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