• Alina Schlieper

Öffentliche Entrepreneurship Programme -wie effektiv sind diese wirklich? 


Wer sich von Euch mit dem Thema Start-up Gründung beschäftigt, hat sich sicherlich schon einmal mit öffentlichen Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer*innen auseinandergesetzt.

Aber wonach suchen die Entscheidungsträger vielversprechende Start-ups aus? Auf welche Art werden Gründer*innen gefördert und wie effektiv ist dies schlussendlich? 

Genau mit diesem Thema haben sich Buffart, Croidieur, Kim & Bowman (2020) befasst und sich die öffentlichen Unterstützungsprogramme genauer angesehen.


So stellten die Forscher*innen fest, dass die Gründerwelt zwar bunt und vielfältig ist, die Entscheidungsträger jedoch immer nach dem gleichen Prinzip vorgehen, wie sie Start-ups nach ihrer Effektivität beurteilen.

Sie messen Erfolg eines kleinen Unternehmens an ihrem Wachstum oder Wachstumsprognosen und Jobmöglichkeiten für potenzielle Arbeitnehmer. 

Start-ups, die als innovativ und überdurchschnittlich vielversprechend auf Grundlage der oben genannten Kriterien eingestuft werden, bekommen anschließend mit unterschiedlichen Unterstützungsangeboten die Möglichkeit, gefördert zu wenden.

Diese erstrecken sich über Steuerkürzungen, Businesstrainings bis hin zur Bereitstellung finanziellen Kapitals. Mit diesem können Gründer*innen die kritische Phase eines Start-ups überbrücken, welche sich durch Ausprobieren, Erfolge, aber auch Misserfolge auszeichnet. 


Doch sind geförderte Start-ups tatsächlich erfolgreicher als nicht geförderte? 

Die Antwort der Studie lautet: nicht unbedingt. Und das hat gleich mehrere Gründe:


Zum einen machen Investoren Fehler in der Auswahl der Start-ups. Dabei unterscheidet man in der Fachwelt zwischen dem Fehler “Typ1” und dem “Typ2”. 

Während man im ersten Fehlertyp “falsch positive” Start-ups ausgewählt hat, die zwar aktuell erfolgreich erscheinen, aber dies auf lange Sicht nicht sind, zeichnet sich der „Typ 2“ Fehler dadurch aus, dass “falsch negative” Start-ups nicht ausgewählt wurden. Diese zeigen zwar keinen aktuellen Erfolg, haben aber vielversprechende Wachstumsprognosen als Start-ups des „Typ1“ Fehlers und sind damit auf lange Sicht erfolgreicher.


Zum anderen ist nicht nur der aktuelle und zukünftige Erfolg maßgeblich, sondern auch die Persönlichkeit und Lernbereitschaft der Gründer*innen.

Dies ist ebenso wichtig für einen nachhaltigen Erfolg wie Heterogenität des Wissens und Diversität der den Start-ups zur Verfügung stehenden Angebote. Entscheidungsträger sollten, laut der Studienergebnisse, deutlich mehr auf solche Aspekte achten und diese nicht als zweitrangig deklarieren.


Wer von Euch das Glück hat, gefördert zu wenden, sollte sich demnach darauf nicht ausruhen. Denn eine Förderung alleine ist kein Prädiktor für Erfolg. Eure Lernbereitschaft und eigene Initiative ist mindestens genauso wichtig wie die Suche nach Möglichkeiten, den Horizont zu erweitern und sich Wissen anzueignen. Also immer die Augen offen halten und die Möglichkeiten nutzen, die sich Euch diesbezüglich bieten! 


Wenn Du mehr über die Studie erfahren möchtest, kannst du den Artikel „Even winners need to learn: How government entrepreneurship programs can support innovative ventures” aus dem „Research Policy”  über die EZB der Uni kostenlos* abrufen.


*für Studierende und Mitarbeiter*innen der UW/H






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